Im Bistum St. Gallen ist ab August ein neues Präventions- und Schutzkonzept in Kraft. Initiiert wurde es im Nachgang der 2023 publizierten Pilotstudie zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Ab August wird es an vier Orten vorgestellt.
Die Bistümer der Deutschschweiz wollen ihre Prävention gegen Missbrauch enger koordinieren. Dafür haben sie bistumsübergreifend eine weitere Fachfrau angestellt: Susanna Rodi-Giger. Sie arbeitet bald für die Bistümer Basel und Chur.
Gläubige Menschen werden teilweise kontrolliert, fremdbestimmt, vom Umfeld abgeschottet. Was früher als Sektenproblem galt, wird heute auch in Landeskirchen als spirituelle Gewalt wahrgenommen. Die Präventionsbeauftragte der Bistümer Chur und St. Gallen, Dolores Waser Balmer, lobt die Kirche für ihr aktuelles Vorgehen gegen Missbrauch.
Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz hat sich an ihrer letzten Plenarversammlung mit Aspekten rund um die Massnahmen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche beschäftigt. Sie will dranbleiben, geht aus ihren Entscheiden hervor.
Im Kampf gegen sexuellen Missbrauch haben die Schweizer Bistümer letztes Jahr erstmals Assessments durchgeführt. Diese bestanden einige Personen mit starken Persönlichkeitsdefiziten nicht, wie der Forensiker Jérôme Endrass sagt. Denn Seelsorgende müssen Verantwortung gegenüber vulnerablen Personen übernehmen können. Gegenüber kath.ch betonen die Beteiligten aus Forensik, Regentie und Geprüften die positiven Seiten der Tests.
Die Schweizer Bischöfe sind daran, ein nationales Register für Assessment-Resultate von Seelsorgenden zu prüfen. Der Dachverband der Landeskirchen kritisiert derweil, bisher keinen Einblick in die Assessments zu haben, obwohl seine Gremien meist die Arbeitgeber sind.
Eine Radio-Schwerpunktsendung von SRF hat das Thema Missbrauch in Ordensgemeinschaften beleuchtet. Die Suche nach einer Missbrauchsbetroffenen aus einem Schweizer Kloster zeigt: Viele Frauen schweigen über das Erlebte. Dennoch ändert sich etwas.
Im Zuge der Veröffentlichung der Pilotstudie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche gingen fünf Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen ein. Die Verfahren wurden nun nach zeitintensiven und komplexen Untersuchungen eingestellt.
Die Evangelisch-reformierte Kirche der Schweiz wagt einen neuen Anlauf zur Aufarbeitung von Missbrauchsvorfällen in den eigenen Reihen. Neben dem sexuellen soll auch der spirituelle Missbrauch Thema sein einer neuen Studie.
Die Kirche leidet unter akutem Personalmangel. Da drückt man naturgemäss eher einmal ein Auge zu und stellt jemanden ein, der nicht restlos überzeugt. Urs Brosi, Generalsekretär der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RKZ), spricht im Podcast «Laut + Leis» über dieses Problem.
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